„Wir übergeben einen starken Zusammenschluss – jetzt ist die nächste Generation dran“
Mit Ulrike Eifler und Jan Richter treten zwei langjährige Sprecher der BAG Betrieb & Gewerkschaft nicht erneut an. Im Interview ziehen sie Bilanz, benennen Konflikte – und erklären, warum jetzt eine neue Generation gefragt ist.
Am Wochenende wählt die BAG Betrieb & Gewerkschaft einen neuen Sprecherinnenrat. Das fällt in eine Phase, in der sich entscheidet, ob die Partei ihre Klassenverankerung stärkt oder hinter eigenen Ansprüchen zurückbleibt. Mit Ulrike Eifler und Jan Richter treten zwei prägende Gesichter des Zusammenschlusses nicht noch einmal an. Sie haben die BAG in den vergangenen Jahren politisch geschärft und zentrale Impulse für eine stärkere Verankerung in Gewerkschaften gesetzt – etwa mit dem Aufbau eines Gewerkschaftsrates. Susanne Ferschl spricht mit ihnen über ihre Bilanz, strategische Konflikte – und darüber, warum jetzt eine neue Generation übernehmen muss.
Susanne Ferschl: Die Nachricht hat auch mich erreicht, deshalb falle ich mit der Tür gleich ins Haus: Kandidiert ihr nochmal als Bundessprecher?
Jan Richter: Ich habe der BAG Betrieb & Gewerkschaft insgesamt elf Jahre als Bundessprecher gedient – stets mit großem Stolz und großer Überzeugung. In dieser Zeit ist es uns gelungen, den Zusammenschluss politisch zu profilieren und in den strategischen Debatten der Partei fest zu verankern. Jetzt ist für mich der Zeitpunkt gekommen, die Verantwortung in neue Hände zu legen.
Ulrike Eifler: Das gilt auch für mich. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich vor neun Jahren bei Jan anrief und vorsichtig anfragte, ob er Unterstützung benötigen würde, denn ich hätte Interesse an einer Kandidatur. Er war sofort von der Idee begeistert. Dieses Telefonat war der Beginn einer wirklich engen und kostbaren Zusammenarbeit. Natürlich haben wir auch die Möglichkeit einer nochmaligen Kandidatur miteinander beraten. Und auch ich habe mich dazu entschlossen, nach neun Jahren in diesem Amt nicht noch einmal anzutreten.
Ihr seid die beiden bekanntesten Gesichter der BAG Betrieb & Gewerkschaft und geltet als das strategische Duo im Bundessprecherinnenrat. Könnte eure Entscheidung nicht auch zu einer Schwächung des Zusammenschlusses führen?
Jan: Dieser Ansicht bin ich nicht. Wir übergeben keinen geschwächten, sondern einen politisch gefestigten Zusammenschluss, der in der Partei Gewicht hat und sich dieses Gewicht auch erarbeitet hat. Als größter und wichtigster Zusammenschluss haben wir uns in den letzten Jahren immer wieder in die strategischen Debatten der Partei eingemischt und uns dabei große Anerkennung erworben. Jetzt muss eine neue Generation diese Arbeit fortsetzen - auf ihre Weise.
Größter und wichtigster Zusammenschluss? Werden euch solche Selbstzuschreibungen nicht als innerparteiliche Anmaßung ausgelegt?
Jan (lacht): Ich habe nur die Genossin Eifler zitiert…
Ulrike: Das ist keine innerparteiliche Anmaßung, sondern sollte in einer sozialistischen Partei Realität sein. Mit über tausend Mitgliedern sind wir tatsächlich größer als alle anderen innerparteilichen Zusammenschlüsse. Und eine Partei, die auf ihren Parteitagen mit großer Mehrheit mehr Klassenorientierung beschließt, sollte nicht bestreiten, dass der Flügel ihrer Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter eine gewisse Relevanz hat.

Aber nochmal zurück zu eurer Rolle als Bundessprecher. Ist es nicht vielleicht doch eine Schwächung, wenn ihr als Bundessprecher nicht mehr antretet?
Ulrike: Ich glaube, es ist umgekehrt. Wenn wir noch einmal kandidieren, dann schwächen wir den Zusammenschluss. Wir haben in den letzten zehn Jahren um Positionen gerungen und versucht, innerparteiliche Strukturen aufzubauen, die es uns erlauben würden, das Verhältnis der Partei zu den Gewerkschaften zu professionalisieren. Wir waren damit nicht erfolgreich, und das prägt unser Verhältnis zur Parteiführung, die aus unserer Sicht zu wenig tut, um den Beschluss zu mehr Klassenverankerung jetzt auch in die Tat umzusetzen.
Jan: Seit 2019 regen wir als BAG Debatten über einen gewerkschaftspolitischen Strukturaufbau in der Partei an – im engen Austausch mit und orientiert an der Belgischen Partei der Arbeit, der PTB. Wir haben dazu auf zig Kongressen der Partei Strategiebeiträge gehalten und über Jahre in linken Zeitschriften, Debattenforen oder Magazinen dazu publiziert.
Zu oft haben wir erlebt, dass Debatten immer wieder von vorn beginnen, statt dass auf Erarbeitetem aufgebaut wird. Das kostet Zeit, Kraft – und politisch auch Substanz. Das bleibt nicht ohne Wirkung – zumindest bei mir.
Deshalb braucht die BAG jetzt Bundessprecherinnen und Bundessprecher, die das Momentum, das es in der Partei ja unbestritten gibt, nutzen, um die beschlossene Klassenverankerung endlich praktisch durchzusetzen.
Was meint ihr mit Momentum?
Ulrike: Die Mitgliedschaft hat sich in den letzten 18 Monaten verdoppelt. Es sind viele neue Genossinnen und Genossen in die Partei gekommen. Eine junge Generation, die aufgrund ihres Alters keine negativen Erfahrungen mit dem realexistierenden Sozialismus gemacht hat, sondern ausschließlich geprägt ist von negativen Erfahrungen mit dem Kapitalismus, mit Krise, Krieg und Klimakollaps. Sie gehen viel unbefangener mit einer sozialistischen Gesellschaftsvision um, als viele ältere das tun. Und sie fordern zu Recht, dass Die Linke zu einer sozialistischen Klassenpartei werden muss. Dieses Momentum muss jetzt genutzt werden, um die politische Praxis der Partei endlich zu verschieben.
Jan: Wir haben mit unseren inhaltlichen Aufschlägen und der Etablierung eines Gewerkschaftsrates etwas begonnen, was jetzt fortgesetzt werden kann und muss. Das Beispiel der PTB zeigt, dass eine echte Verankerung in den Gewerkschaften kein Nice-to-have ist, sondern entscheidend ist, um als linke Partei gesellschaftlich wirksam zu werden. Die belgischen Generalstreiks gegen Sozialabbau und Aufrüstung trugen die Handschrift der PTB – gemeinsam mit den Beschäftigten und den eigenen Kadern in den Gewerkschaftsapparaten. Wir leben in einer Zeit, in der Protest kriminalisiert, soziale Sicherheit abgebaut und Massenentlassungen Alltag sind – da ist eine gewerkschaftspolitische Praxis aus Ankündigungen, Soli-Besuchen und Instagram-Stories nicht nur zu wenig, sondern politisch wirkungslos. Die Linke in Deutschland muss sich entscheiden, ob sie ihre Arbeit professionalisiert und strategisch ausrichtet - und diesen Weg dann auch praktisch geht.
Was folgt daraus für die gewerkschaftspolitische Praxis der Partei?
Ulrike: Der Konflikt zwischen Kapital und Arbeit spitzt sich zu. Da kann sich Die Linke nicht nur auf das Parlament als politische Handlungsarena beschränken oder politische Entwicklungen vom Seitenrand kommentieren. Unsere Handlungsfähigkeit muss sich aus einer Verankerung in der Arbeiterbewegung entwickeln. Sozialistische Politik ist die Unterstützung der Klasse, sich gegen die Zumutungen des Kapitalismus zu wehren. Das ist mehr als „Die Linke hilft“ und das ist mehr als ein diffuses „Ich finde, es sollte keine Milliardäre geben.“ Mir macht Mut, dass uns diese Fragen nicht allein beschäftigen, sondern vielen Genossinnen und Genossen ein Anliegen ist. Deshalb ist es, wie Jan sagt: Wir geben den Zusammenschluss tatsächlich ruhigen Gewissens in die Hände jüngerer Genossinnen und Genossen. Wir sind zuversichtlich, dass der neue BSPR diese Aufgabe verantwortungsvoll annehmen wird. Mit Julia-C. Stange und Nils Böhlke kandidieren ja auch erfahrene Genossinnen. Zudem zeigt die Antragslage für das Bundestreffen, dass der Aufbau gewerkschaftlicher Strukturen in der Partei den Zusammenschluss umtreibt wie keine andere Frage.
Wenn ihr zurückblickt auf eure lange Amtszeit, wie bewertet ihr diese?
Jan: Ich denke, es ist gelungen, ein paar echte Veränderungen hinzubekommen. Mit Diskussionsbeiträgen wie dem zum „Klassenkompass“ [Link einfügen] haben wir uns qualifiziert in die Strategiedebatte eingemischt. Uns ging es immer darum, mit der politischen Klarheit, aber auch mit der Kollegialität, die uns als Gewerkschafter ausmacht, in die Parteidebatten einzugreifen. Wir hatten mit Jana Seppelt, Ulrike und mir prominente Bundessprecher im Parteivorstand. Besonders stolz aber macht mich die erfolgreiche Auseinandersetzung um das Bedingungslose Grundeinkommen. Eine einseitige Positionierung - für oder gegen das BGE - hatte die Partei aus taktischen Gründen lange abgelehnt. Auf dem Hallenser Parteitag 2024 sollte dennoch eine einseitige Positionierung in Form eines Mitgliederentscheids erzwungen werden. Das konnte verhindert werden. Die BAG Betrieb & Gewerkschaft hatte daran einen maßgeblichen Anteil.

Was war so falsch daran, die Position offen zu halten?
Jan: Daran war gar nichts falsch. Aber es waren die Befürworter des BGE, die mit einem Mitgliederentscheid aus der gemeinsamen Verabredung, miteinander in der Diskussion zu bleiben, ausgeschert sind und auf eine Entscheidung gedrängt haben. Diese Auseinandersetzung haben wir angenommen – und politisch entschieden. Die Befürworter konnten sich nicht durchsetzen. Der Parteitag hat – wie im Mitgliederentscheid vorgesehen – abschließend entschieden. Aus unserer Sicht war diese Entscheidung eine erste wichtige Schärfung unseres Profils als Klassenpartei.
Ulrike: Mir fällt zudem die Diskussion um die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ein. Hier hat sich die Partei lange einseitig auf der Seite der GDL positioniert und dadurch den wirklich kritikwürdigen innerbetrieblichen Konkurrenzkampf der GDL mit der Eisenbahner- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) verstärkt. Wir haben auf die richtigen Forderungen der Lokführer in beiden Gewerkschaften hingewiesen, aber deutlich gemacht, dass eine Spaltung der Belegschaft die Durchsetzung gemeinsamer Interessen verunmöglicht.

Jan: Mit dem Ergebnis, dass es in der EVG inzwischen eine AG Betrieb & Gewerkschaft als Betriebsgruppe gibt. Genossinnen und Genossen haben sich dort diese Struktur gegeben, um so als lokale AG der BAG auch in die Partei wirken zu können – programmatisch, inhaltlich und strategisch. Keine geheimen Treffen, für alle in der EVG sichtbar und stolz organisiert unter dem Logo und der Fahne der BAG Betrieb & Gewerkschaft. Ein gesundes linkes Selbstverständnis, wie ich finde.
Ulrike: Als wir damals unsere Arbeit im BSPR aufnahmen, hatte die BAG oft lediglich auf die Initiativen anderer Akteure in ihrem Newslettern hingewiesen. Inzwischen finden sich auf unserer Homepage seit Jahren eigene Diskussionsbeiträge. Und auch auf Social Media ist die BAG präsent und aktiv. Auch das gehört mit auf die Haben-Seite, denn auch hier steckt viel ehrenamtliche Arbeit von uns drin.

Die BAG Betrieb & Gewerkschaft ist aber seit Beginn des Ukrainekrieges auch eine starke friedenspolitische Stimme. Warum war euch das wichtig?
Jan: Weil ohne Frieden alles nichts ist. Das sehen wir doch aktuell an der Debatte über Kürzungen im Sozialbereich, längere Arbeitszeiten oder einem noch späteren Renteneintritt. Das ist kein Zufall, sondern politische Logik: Aufrüstung und Sozialabbau gehen Hand in Hand. Während sich die Rüstungskonzerne dumm und dämlich verdienen, sollen wir länger arbeiten und auf Leistungen verzichten, damit die Kriegsvorbereitungen der Herrschenden finanziert werden können. Und wir wissen auch, wer sich da am Ende in den Schützengräben gegenüberliegt und aufeinander schießen muss. Die Oligarchen-Söhnchen müssen sich nicht für zehn Quadratkilometer Matsch abknallen lassen.
Ulrike: Auch hier fanden wir, dass die friedenspolitischen Positionierungen der Partei mit einer Klassenperspektive vom Kopf auf die Füße gestellt werden mussten. Nach Beginn des Ukrainekrieges explodierten die Preise für Lebensmittel und Energie. Die Inflation lag stellenweise bei acht bis zehn Prozent. Aber als ein großes Bündnis ein Jahr nach Beginn des Ukrainekrieges zu einer großen Antikriegskundgebung am Brandenburger Tor aufrief, beteiligte sich die Partei an der Spaltung dieses Protestes, indem er als rechtsoffen diffamiert wurde, statt geschlossen dorthin zu mobilisieren.
In meiner Wahrnehmung ist es euch auch damals gelungen, die Debatte in der Partei zu drehen…
Ulrike: Absolut. Als wir zur Teilnahme an der Kundgebung aufriefen, wurden wir innerparteilich scharf angegriffen. Als Gewerkschafter demonstriere man nicht mit Nazis, sondern gegen sie, wurde uns damals von den eigenen Genossen entgegnet. Auf der Kundgebung selber gelang es uns, der ultrarechten Galionsfigur Jürgen Elsässer den Weg zur Kundgebung abzuschneiden. Wir haben ihn zwei Stunden lang in Schach gehalten und somit verhindert, dass er das Bad in der Menge nehmen und die bürgerliche Erzählung, der Friedensprotest sei rechtsoffen, bestätigen konnte. Dadurch konnten wir im Anschluss an die Kundgebung unseren innerparteilichen Kritikern entgegnen: Als Gewerkschafter demonstriert man nicht mit Nazis, sondern gegen sie. Korrekt. Aber dazu muss man auch anwesend sein. Diese Erzählung hat alles verändert.

Jan: Unmittelbar danach entstand auch die Idee, eine Gewerkschaftskonferenz für den Frieden zu organisieren, um die Debatte über eine friedenspolitische Positionierung unserer Gewerkschaften zu verstärken. Die Konferenzen fanden jeweils in Kooperation mit der IG Metall Hanau-Fulda, mit dem ver.di Bezirk Stuttgart und im vergangenen Jahr mit der IG Metall Salzgitter statt. Mit über zweihundertfünfzig Teilnehmern und 2.000 Teilnehmern im Stream sind diese Konferenzen inzwischen ein wichtiger Meilenstein für die friedenspolitische Debatte von Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern. In diesem Jahr sind wir übrigens am 24. und 25. Juli in Würzburg – das ist die IG Metall Geschäftsstelle, in der die Genossin Eifler 2. Bevollmächtigte ist.

Klingt so, als würden sich eure Wege politisch nicht trennen…
Ulrike: Politisch nicht und auch nicht persönlich. Jan gehört zu meinen engsten Vertrauten in der Partei. Wir sind nicht immer einer Meinung, aber uns verbindet ein gemeinsamer Klassenkompass und das Bedürfnis, Dinge nach vorn zu entwickeln. Jan gehört zu den Menschen, die ich wirklich gern um mich habe. Und das liegt nicht nur an seinem Humor.
Jan: Mir wird unsere Zusammenarbeit aber schon auch fehlen. Wir sind perfekt aufeinander eingespielt. Wenn wir Texte zusammen schreiben, dann arbeiten wir uns mit großer Rücksichtslosigkeit und Streichlust durch die Zeilen des jeweils anderen, ohne uns dafür erklären zu müssen. Einige unserer besten Arbeiten haben wir so über Nacht oder innerhalb eines Tages fertig gestellt. Ich glaube, das Geheimnis bestand darin, dass wir uns nie unsere Sichtweise abgesprochen haben. Außerdem haben wir unsere Konflikte stets unter vier Augen geklärt und uns in der BAG oder in der Partei gegenseitig solidarisch unterstützt.
Ulrike: Meine These ist ja, dass das auf unser gewerkschaftliches Grundverständnis zurückzuführen ist: Zusammenstehen, auch wenn man nicht immer einer Meinung ist - das ist das alte Prinzip der Arbeiterbewegung. Jan musste als Betriebsratsvorsitzender bei H&M sein Gremium zusammenhalten, um gegenüber dem Arbeitgeber handlungsfähig zu bleiben. Auch für mich gilt das nach jahrelanger Gewerkschaftsarbeit bei DGB und IG Metall. Im Betrieb wie in der Gewerkschaft gilt: Du verlierst den Kampf, wenn deine Reihen nicht geschlossen sind.
Wie geht es für euch persönlich weiter, wenn ihr nicht mehr im Bundessprecherinnenrat vertreten seid?
Ulrike: Aus meiner Sicht ist gegenwärtig nichts wichtiger, als eine starke Antikriegsbewegung unter Beteiligung der Gewerkschaften aufzubauen. Die Bundesregierung darf sich nicht damit durchsetzen, die Beschäftigten und ihre Gewerkschaften in den Kurs aus Aufrüstung und Sozialabbau einzubinden. Nichts fürchtet die Bundesregierung mehr als dass in den Fabriken, Krankenhäusern und Büros eine Antikriegsstimmung entsteht. Deshalb planen wir für das kommende Jahr - so viel darf schon verraten werden - den Aufbau einer Trägerstruktur für die Fortführung der Gewerkschaftskonferenz für den Frieden. Hinzu kommt, dass ich regelmäßig zu gewerkschaftlichen Veranstaltungen als Referentin eingeladen werde und das künftig mit deutlich mehr Zeit tun kann. Diese Arbeit ist deshalb wichtig, weil die Kriegsvorbereitungen in Deutschland ein wesentlicher Treiber für die Kriegsvorbereitungen in Europa sind. Was in Deutschland passiert, ist also entscheidend für das, was weltweit passiert. Wenn es hier nicht gelingt, die autoritäre und militaristische Wende zu stoppen, dann wird es auch anderswo schwierig. Wenn es uns aber gelingt, dann haben wir auch anderswo eine echte Chance zu gewinnen. Uns dazu auch auf der internationalen Ebene auszutauschen und zu vernetzen und eine internationale Koordinierung unserer Antikriegsproteste aufzubauen, wird in den kommenden Monaten und Jahren ein Schwerpunkt meiner politischen Arbeit sein.

Jan: Die BAG Betrieb & Gewerkschaft bleibt mein politischer Heimathafen. Und ich unterstütze den neuen BSPR, wo es gewünscht ist. Gleichzeitig habe ich das Privileg, weiter für die Bundestagsfraktion zu arbeiten – aktuell im Vorstandsbereich. Für Heidi und Sören war schon in der Zeit der Gruppe klar: Es braucht endlich verlässliche Strukturen zur Partei – diesen Aufbau habe ich eng mit ihnen vorangetrieben. Das neue Vorstandsbüro ist deshalb bewusst als zentrale Schnittstelle angelegt. So arbeite ich direkt an der Verzahnung von Fraktion und Partei. Das bindet viele Ressourcen, zahlt sich aber aus. Nach einem Jahr als Fraktion prägt der frühere Streit längst nicht mehr die öffentliche Wahrnehmung, stattdessen ist die verlässliche Zusammenarbeit mit der Parteispitze ein Stabilitätsfaktor für Die Linke. Das zeigt: Politische Stärke entsteht, wenn man Konflikte klärt und geschlossen handelt – ganz im gewerkschaftlichen Sinne gewinnt man nur, wenn man seine Reihen schließt.
Artikel wurde am 16. Apr. 2026 gedruckt. Die aktuelle Version gibt es unter https://betriebundgewerkschaft.de/delegiertenkonferenzen/2026/04/wir-ubergeben-einen-starken-zusammenschluss-jetzt-ist-die-nachste-generation-dran/.





