Christian Piskulla: Das Stahlwerk

07. Februar 2022  KEINE KULTUR OHNE KLASSE

von Ulrike Eifler

Duisburg, 1942: In der Germania Metall Union geht die Angst um. Zehn Arbeiter und Angestellte sind auf dem weitläufigen und schlecht beleuchteten Betriebsgelände des Stahlwerkes brutal ermordet worden. Die Belegschaft hat Angst. Niemand will mehr in den entlegenen Bereichen des Werks arbeiten. Nachtschichten sind nur noch schwer zu besetzen. Zur schlechten Versorgungslage und der harten körperlichen Arbeit kommt nun die Sorge um das eigene Leben. Das Rüstungsministerium macht Druck, wittert Sabotage. Doch die Polizei zeigt sich bei der Aufklärung überfordert.

Der Zwangsarbeiter Jarek Kruppa liegt erschöpft und hungrig auf seiner Holzpritsche, als zwei Männer die Häftlingsbaracke betreten und ihn abholen. Sie bringen ihn zur Werksleitung, von der er den Auftrag erhält, die Morde aufzuklären. Nicht ohne Grund fiel die Wahl auf ihn. Vor dem Krieg war er in Warschau ein erfolgreicher Kriminalkommissar, ehe man ihn zur Zwangsarbeit nach Duisburg verschleppte. Kruppa schlägt ein und nimmt sofort seine Ermittlungen auf. Dabei stößt er auf ein kilometerlanges Tunnelsystem unter dem Stahlwerk und erkennt schnell: Es bietet einem Serienmörder ideale Bedingungen, um an verschiedenen Orten des Stahlwerkes zuzuschlagen und anschließend unerkannt in der Unterwelt zu entkommen.

Ein kurzweiliger Kriminalroman, der den Arbeitsalltag im Stahlwerk, die Bedingungen der Zwangsarbeiter und das weitverzweigte Tunnelsystem zur Kulisse hat.